Blog - Auf dem Schreibtisch

Nach der Premiere ist vor der Premiere

Nach der Premiere ist vor der Premiere. Nachdem die Hexe Hillary nun fröhlich über die Bühne flitzt und dabei viel über Oper lernt, begibt sich das Team des Jungen Theaters bereits in die Vorbereitungen für die nächste Premiere, die im Februar 2022 stattfinden wird. Auf dem Plan steht »OUT! - Gefangen im Netz« – ein Klassenzimmerstück von Knut Winkmann. Diese Theaterform ist besonders spannend, denn dabei kommen die Schüler*innen nicht zu uns ins Theater, sondern wir kommen direkt ins Klassenzimmer und spielen dort Theater. Der bekannte Raum wird damit zur Bühne und bietet für das junge Publikum somit einen ganz besonderen Reiz.
Oftmals spielen Klassenzimmerstücke mit dem Überraschungsmoment – also die Schüler wissen gar nicht, dass jetzt ein Theaterstück aufgeführt wird. So auch bei »OUT!« – Dominik Stein (gespielt von Jörg Neubauer) betritt das Klassenzimmer und stellt sich als Kriminalkommissar vor, der herausfinden möchte, was mit seiner Schwester passiert ist. Diese wurde ein Opfer von Cybermobbing – Fotos und Videos von ihr wurden ohne ihr Wissen online gestellt. Er möchte dem Ganzen auf den Grund gehen.
Die Schüler*innen wissen in dem Moment noch nicht, dass Dominik Stein gar kein Polizist ist, sondern das nur nutzt, um Aufmerksamkeit zu erregen. Im Laufe der Stunde wird der Klasse die Geschichte von

Victoria »Vicky« Stein erzählt. Eine Geschichte, die so (leider) viel häufiger vorkommt, als man es sich manchmal vorstellen mag. Und damit ist das Stück genau da, wo es hingehört – im Klassenraum, in einem Umfeld, dass so nah wie nichts anderes an den Schülern ist. Sie werden von der Geschichte in ihren Bann gezogen und fragen sich immer wieder: »Ist das alles real?«
Das herauszufinden gilt es ab Anfang Februar, wenn wir mit dem Stück in die Schulen reisen. Aber bis es soweit ist, ist noch einiges zu tun. Der Text ist bereits bearbeitet und an den Schauspieler zum Vorab-Lernen gegeben worden. Nun bereiten sich alle aktiv auf die Proben vor – ein Probenort muss gefunden werden, dieser mit dem künstlerischen Betriebsbüro abgesprochen und reserviert werden. Dann wird gerade gemeinsam mit dem Grafiker an einem Werbemotiv gearbeitet, welches dann als Plakat und Flyer geben soll. Parallel zur Text- und Probenarbeit erstellen die Theaterpädagog*innen des Jungen Theaters eine begleitende Methodenmappe, die zur stückeinführenden Vorbereitung von interessierten Lehrer*innen angefragt werden kann. Somit passiert rund um die Produktion schon jetzt – noch bevor die eigentlichen szenischen Proben begonnen haben – eine ganze Menge.

Daniela Bethge

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