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Alceste ist ein anstrengender Charakter. Obwohl klug, gewitzt, wohl habend, gutaussehend, steht er seinem Glück im Weg. Er kann keine Kompromisse eingehen. Jedem sagt er ins Gesicht, was er denkt. Er staunlich, dass ihm sein Freund Philinte noch immer treu ergeben ist und sich Frauen überhaupt für ihn interessieren. Als er dem Gelegen heitsdichter Oronte erklärt, dass seine Verse einen Dreck taugen, wird er wegen Beleidigung verklagt. Seine Geliebte Célimène hält ihn hin, verweigert ein eindeutiges Bekenntnis und beginnt ein Spielchen, in dem sich mehrere Männer – darunter Oronte – Chancen ausrechnen. Beim Streit vor Gericht muss der couragierte Freund klarer Worte schließlich erfahren, dass Recht zu haben nicht bedeutet, dass man auch Recht bekommt. Aus dem wahrheitsliebenden Menschenfeind droht ein verliebter Melancholiker zu werden. Ob sich der Held am Ende in die Isolation zurückzieht oder ob er für die Welt und die Liebe gerettet werden kann, lässt der Dichter in der Schwebe, nicht aber, wem seine Sympathie gehört.

Molière wusste: Nichts ist komischer als der Mensch im Strudel sei ner Schwächen. Seine Werke gaben der Gattung der Komödie den gleichen Wert, der bis dahin nur der Tragödie zugesprochen wurde. Der Dichter Rainer Kirsch (1934–2015) hat die vier Jahrhunderte alte Komödie in elegante und hemdsärmelig-kräftige Verse gebracht, in denen sich die Gegenwart wiedererkennt: „… denn da geh’ ich mit dir konform/Rings wird im Land der Eigennutz zur Norm.“

Übrigens: Der „Menschenfeind“ Alceste wurde zur Uraufführung im Jahr 1666 nicht nur vom Autor selbst gespielt, sondern die Komödie trägt auch autobiographische Züge. Obwohl vom König protegiert, lehnte Molière es ab, mit unehrlichen höfischen Schmeicheleien um sich zu werfen. Und während Alceste seine Geliebte nicht für sich gewinnen kann, hatte sich Molières 20 Jahre jüngere Frau Armande gerade von ihm getrennt …

Der Menschenfeind

Übertragen von Rainer Kirsch, Uraufführung
Gastspiel im Rahmen der Kooperation mit dem Theater Rudolstadt

  • Fr 03.04. 19.30 Uhr Theater Nordhausen, Großes Haus
  • So 03.05. 14.30 Uhr Theater Nordhausen, Großes Haus
  • Fr 08.05. 19.30 Uhr Theater Nordhausen, Großes Haus
  • Sa 23.05. 19.30 Uhr Theater Nordhausen, Großes Haus

Termine