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Zuerst hielt Josef K. das Ganze für einen Scherz seiner Arbeitskollegen, denn genau am Morgen seines 30. Geburtstags wurde er verhaftet, ohne „dass er etwas Böses getan hatte“. Von seiner Unschuld überzeugt, versucht der aufstrebende Bank-Prokurist die Gründe für seine Anklage zu erfahren. Er muss aber feststellen, dass die juristischen Regeln von Recht und Ordnung, an die er geglaubt hat, nicht mehr gelten. Was ihm zur Last gelegt wird, bleibt im Verborgenen, ebenso wie das Gesetz, das unbekannte Richter anwenden. Statt die Aufklärung seines Falls zu bewirken, wird seine Verstrickung immer größer. K. sieht zwar die Gefahr, die ihm droht, lässt sich jedoch immer wieder ablenken. Zu groß ist die erotische Verlockung, die das weibliche Personal im Umfeld des Gerichts auf ihn ausübt. Oder hat Josef K. seine bevorstehende Verurteilung durch die anonyme Macht längst akzeptiert, weil ihn die eigenen Schuld-Schamgefühle bei sei nem Widerstand lähmen?

Kaum ein Schriftsteller hat sich so gnadenlos selbst den Prozess gemacht wie Franz Kafka. Um jeden Nachruhm zu verhindern, plante er die Vernichtung seines Nachlasses und wurde dennoch zum meistbewunderten deutschsprachigen Dichter des 20. Jahrhunderts. Gespenstischer als sein Romanfragment, das er zu Beginn des Ersten Weltkrieges zu Papier brachte, ist die Tatsache, dass seine alptraum haft- absurden Visionen in der heutigen Gegenwart zur gefühlten Grunderfahrung von vielen geworden sind.

Übrigens: Franz Kafka begann seinen „Prozess“ zu schreiben, kurz nachdem sich seine Verlobte Felice Bauer zum ersten Mal von ihm trennte. Die abschließende Aussprache hatte Kafka als „Gerichtshof“ empfunden. An der Aussprache nahm nämlich auch die gemeinsame Freundin Grete Bloch teil, der Kafka in Briefen Bedenken gegenüber der Ehe mit seiner Verlobten geäußert hatte …

Der Prozess

Nach dem gleichnamigen Romanfragment von Franz Kafka
In einer Bühnenfassung von Mario Holetzeck
Gastspiel im Rahmen der Kooperation mit dem Theater Rudolstadt

  • Fr 10.01. 19.30 Uhr Theater Nordhausen, Großes Haus
  • Sa 18.01. 19.30 Uhr Theater Nordhausen, Großes Haus
  • Fr 31.01. 19.30 Uhr Theater Nordhausen, Großes Haus
  • So 16.02. 14.30 Uhr Theater Nordhausen, Großes Haus

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