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Albert Lortzing, der Erfinder der deutschen Spieloper, brachte sie mit „Der Wildschütz“ zu ihrer absoluten Blüte. Seine selbstverfassten Dialoge verbinden Musiknummern, die eine heitere Atmosphäre ländlich-idyllischen Lebens zu zaubern vermögen. Dass er wie im traditionellen Singspiel den Gegensatz zwischen einfachen Dorfbewohnern und vornehmem Adel zu charakterisieren wusste, indem seine wundervolle Musik die Geschichte zur Kunst erhob, ließ immer wieder den Vergleich mit Mozartmusik heraufbeschwören.

Lortzings Komik ist allerdings direkter. Für sein Libretto bearbeitete er einen Stoff, den der damalige „Quotenkönig“ Kotzebue – der sogar öfter gespielt wurde als Goethe – verfasst hatte. Lortzing erfand nicht nur einen urkomischen Haushofmeister hinzu, sondern auch den Schulmeister Baculus, eine wunderbare Buffo-Figur, den Mann, der sich als Wildschütz verantworten muss. Gerade zum Verlobungsfest erfährt Baculus, dass er nicht mehr als Lehrer arbeiten darf, weil er im Tiergehege des eine Stunde entfernten Schlosses seinen Verlobungsbraten geschossen hat! Das klingt nach Tragödie, ist aber alles andere als das: Baculus’ noch sehr junges Gretchen könnte nämlich beim Grafen mit ihren Reizen durchaus etwas bewirken… Doch der biedermeierlich-eifersüchtige Baculus stellt lieber einen fremden Studenten als seine Braut vor, würde sie für „Fünftausend Taler“ sogar verkaufen und greift damit erfolgreich ins Liebesleben seiner adligen Herrscher ein!

Das ist lange her, doch Lortzing gestattet mit seiner leichten und frischen Musik einen Blick voll schräger Komik auf Rollenspiele und Verstellung, wie wir sie noch heute kennen.



Der Wildschütz