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Was unternimmt ein Spitzen-Unternehmer, wenn er auf der Karriereleiter ganz oben angekommen ist und auch die nächste Million ihm keinen Anreiz mehr bietet? Motto: Ein Geschäftsmann nicht in der Finanz-, sondern in der Sinnkrise!

Statt von Termin zu Termin zu hetzen – immer die Aktienkurse im Blick – und munter weiter zu wirtschaften, schmeißt er alles hin, verlässt seine Familie, zieht in den Wald und lebt fortan als Einsiedler. Der Ex-Handyhersteller ist glücklich, vom Netz abgekoppelt zu sein. Doch seine Umwelt betrachtet den Sinneswandel vom Saulus zum Paulus mit Skepsis. Ein Verrückter oder Heiliger? fragt man sich. Und entscheidet: Wer freiwillig auf die Segnungen der Konsumgesellschaft verzichtet, muss ein höheres Wesen sein. Bald findet auch der Aussteiger Gefallen an seiner neuen Rolle als uriger Weltverbesserer. Statt: „Ich telefoniere, also bin ich!“ predigt er nun den „Licht-Glauben“, einen ziemlich exzentrischen Erlösungskult. Ob am Ende jemand gerettet wird, den „Elchtest“ besteht, oder ob alles in ein großes Dunkel und Durcheinander umkippt, sei hier noch nicht verraten.

Der estnische Autor, Schauspieler und Sänger Jaan Tätte (Jahrgang 1964) zielt in alle Richtungen: auf die Oberflächlichkeit neureicher Yuppies, auf die Dumpfheit vermeintlicher Dorfidylle, die Banalität übertriebener Naturanbetung und auf die Fragwürdigkeit narzisstischer Aussteigermodelle. Er nimmt in seiner Komödie die Verblendungen unserer Zeit und die bisweilen absurden Glücksmanöver heutiger Menschen auf die Schippe, ohne die Notwendigkeit geistiger Sinnsuche in Abrede zu stellen.


Inszenierung: Jens Schmidt
Ausstattung: TOTO

Elchtest