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Alle drei Komponisten dieses Konzertprogramms waren auf der Suche nach neuen musikalischen Formen und hinterfragten die geläufigen Vorgaben kreativ. Sibelius komponierte „En Saga“ 1892. Im Gegensatz zu seinen anderen sinfonischen Dichtungen gab er aber hier den inspirierenden außermusikalischen Inhalt nicht preis. Viele Musikwissenschaftler arbeiteten sich schon an der Frage ab, welches nordische Märchen, welche Geschichte hinter dem Werk stehen könnte. Erst später formulierte Sibelius: „‚En Saga’ ist psychologisch eines meiner allertiefsten Werke. Ich könnte fast sagen, dass es meine ganze Jugend beinhaltet. Es ist Ausdruck eines gewissen Seelenzustandes.“ Richard Strauss’ „Don Juan“ dagegen liegt der bekannte und vielfach literarisch verarbeitete Stoff zugrunde. Don Juan liebte bekanntlich die Frauen und hätte sie am liebsten alle gehabt. Seine Leidenschaft brachte ihm aber nicht nur Vergnügen, sondern auch manche Rachegefühle der stürmisch umworbenen und alsbald wieder abgelegten Damen. Richard Strauss nahm sich in seiner Tondichtung „Don Juan“ des berühmten Verführers in einer brillant instrumentierten und äußerst sinnlichen Musik an. Beide sinfonische Dichtungen vereint ein jeweils nachdenklicher, resignierender, leiser Schluss.

Antonín Dvořáks 8. Sinfonie ist dazu ein aufgeräumter, lichter Kontrast.  Dvořák schrieb während der Arbeit an seiner Achten: „Ich arbeite an einer Sinfonie, die anders werden wird als alle, die ich bisher geschrieben habe“. In ihrer schier überbordenden Fülle an musikalischen Ideen sucht sie ihresgleichen und beeindruckt mit ihrem unverkennbar böhmischen Charakter. Komponiert in der Naturidylle seines Landhauses, hatte die Umgebung unmittelbaren Einfluss auf die musikalischen Ideen in dieser ungemein poetischen Sinfonie.

Übrigens: Richard Strauss ist dafür bekannt, dass er leidenschaftlich Skat spielte, Jean Sibelius begab sich gern auf Spaziergänge in die finnische Seen- und Waldlandschaft. Und Antonín  Dvořák? Auch er liebte die Natur. Aber noch mehr Leidenschaft zeigte er für Lokomotiven, verbrachte viel freie Zeit an Bahnhöfen, war mit Lokführern bekannt, wusste über alle Lokomotivtypen Bescheid und führte Aufzeichnungen über Fahrpläne und technische Details, die er seinen Söhnen und Studenten gerne erklärte.    

 

1. Sinfoniekonzert

Jean Sibelius, En Saga, Sinfonische Dichtung op.9
Richard Strauss, Don Juan, Tondichtung op.20
Antonín Dvořák, 8. Sinfonie G-Dur op.
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