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Nachdem sein erstes Klavierkonzert »glänzend und entschieden« durchgefallen war, wie Johannes Brahms 1859 seinem Freund Joseph Joachim berichtete, dauerte es fast 20 Jahre, bis er sich an sein zweites heranwagte. Mit diesem jedoch feierte Brahms große Triumphe. Brahms gelang mit dem auf vier Sätze erweiterten Konzert die Verschmelzung von sinfonischer Form und virtuosem Konzertcharakter. Clara Schumann notierte sich wenige Tage nach der Uraufführung in ihr Tagebuch: »Johannes schreibt sehr vergnügt und schickt schöne Berichte über seine Concerte. Was nun die Leute jetzt über ihn sagen und schreiben, habe ich schon vor 25 Jahren gewußt und erkannt! und Robert hat es damals ja schon Alles vorausgesagt!«
Dieser Robert, die Rede ist von Robert Schumann, war der wichtigste Mentor des kaum 20-jährigen Johannes Brahms. Noch vor der ersten Begegnung mit Brahms komponierte Schumann 1853 seine Sinfonie C-Dur am Ende einer depressiven Phase. Dazu bemerkte er: »Die Sinfonie schrieb ich im Dezember 1845 noch krank, mir ist’s, als müsste man ihr das anhören. Erst im letzten Satz fing ich wieder an mich zu fühlen.«  Es ist ein Jubelfinale und wirkt wie ein Neuanfang. Er dankt darin – mit einem versteckten Melodiezitat aus Beethovens Liedzyklus »An die ferne Geliebte« – seiner Frau Clara, die auch in schweren Zeiten nie von seiner Seite wich.

Übrigens: Brahms neigte zur Untertreibung. So kündigte er in einem Brief an Elisabeth von Herzogenberg das beinahe einstündige 2. Klavierkonzert mit seinem rebellisch losbrechenden Scherzo an als »ein kleines Klavierkonzert«, »mit einem ganz kleinen zarten Scherzo«. Ähnlich tiefstapelnd hatte sich auch schon Gioachino Rossini geäußert, als er die Widmung zu seiner 90-minütigen »Petite messe solenelle« mit den Worten versah: »Lieber Gott. Hier ist sie, die arme kleine Messe. Ein bisschen Können, ein bisschen Herz, das ist alles. Sei also gepriesen und gewähre mir das Paradies.«

6. Sinfoniekonzert

Johannes Brahms, 2. Klavierkonzert B-Dur op. 83
Robert Schumann, 2. Sinfonie C-Dur op. 61

  • Sa 21.05. 18.00 Uhr Haus der Kunst, Sondershausen
  • So 22.05. 18.00 Uhr Theater Nordhausen, Großes Haus
  • Musikalische Leitung

    Tomo Keller

  • Klavier

    Fabio Bidini

  • Loh-Orchester Sondershausen

Termine