Theatersanierung

Warum eine Theatersanierung?

Das Theaterhaus, welches auch architektonisch ein Juwel der Stadt Nordhausen ist, wurde im Jahr 1917 feierlich eröffnet. Gebaut wurde es nach den Plänen von Architekt Gericke Strobe. Das mehr als 100 Jahre alte Theater muss umfangreich saniert und erweitert werden, um den Anforderungen des Spielbetriebes gerecht werden zu können.

2018 wurde die Sanierung und Erweiterung des Theaterhauses beschlossen. Wesentliche Sanierungsmaßnahmen sind jene zur Sicherung des Brandschutzes und die der Erneuerung der Haus- und Bühnentechnik. 1917 wurde wahrscheinlich bedingt durch den 1. Weltkrieg nicht wirklich funktionstauglich gebaut. Es gab keine Hinterbühne, zu wenig Raum- und Lagerkapazität. Mit dem Erweiterungsbau wird dieses Manko behoben werden. Das Magdeburger Planungsbüro Kirchner & Przyborowski hatte Mitte 2019 die ersten Entwürfe vorgelegt, wie das Haus nach der Sanierung nebst Anbau aussehen soll.

Ein Blick in die Zukunft - wie es mal werden soll

Im Foyer des ersten Ranges wird der historische Umgang wieder geöffnet und im Zuschauersaal sollen die Bestuhlung, die Wände und Bodenbeläge erneuert werden. Verbessern wird sich auch die Akustik und dank Klimaanlage die Luft. Der Kronleuchter, der für viele Theatergänger eine ganz besondere Bedeutung hat, bleibt erhalten.

Der Theateranbau entsteht - Ein Zeitraffer...

Bautagebuch

14. Mai 2024 - Einrüstung des Bühnenturms

Der Bühnenturm wird innen eingerüstet. Der Bühnenturm ist meist doppelt so hoch wie der Bühnenausschnitt, den das Publikum sieht. So können ganze Kulissenteile und Prospekte an den sogenannten Zugstangen nach oben in den sogenannten Schnürboden gezogen werden und den Blicken der Zuschauenden entschwinden. Bisher wurden die Züge über Handkonterzüge manuell bewegt. Diese werden durch maschinelle Züge ersetzt.

30. April 2024 - Die Stahlbewehrung für das neue Fundament steht

Für das Fundament ist alles vorbereitet: Stahlbewehrung im Unterbühnenbereich. Die weißen Mauersäulen werden bleiben und durch ein Stahlgerüst ergänzt. Irgendwie soll der Boden für den Zuschauersaal ja tragfähig sein.

Es lohnt auch ein Blick in den Himmel, genauer von unten ins TuD. Noch hat man den Durchblick, bis hier ein neuer Boden eingezogen wird. Über eine Fahrt mit dem Fahrstuhl kommt man später in den 2. Rang und somit ohne Schnappatmung entspannt ins TuD.

06. Februar 2024 - Der Boden des Zuschauerraums ist nun weg
12. Dezember 2023 - Das Loch im Boden wird immer größer
07. Dezember 2023 - Der Fußboden im Zuschauerraum wird entfernt
15. November 2023 - Die Blutbuche vor dem Theater wird gefällt, sie war leider krank
8. November 2023 - Das Pförtnerhäuschen wird abgerissen
23. Juni 2023 - Der Umzug ins Theater im Anbau ist vollzogen, das alte Theatergebäude ist nun leer
12. Juni 2023 - Der Kronleuchter wird herabgelassen

Der Kronleuchter wird herabgelassen, er wird aufgearbeitet und eingelagert, bis er wieder seinen alten Platz einnehmen darf. Er wurde zur Neueröffnung 1949 eingebaut und nun von der gleichen Firma restauriert, die ihn vor mehr als 70 Jahren gebaut und installiert hat.

5. Oktober 2022 - Die Stühle aus dem Theatersaal werden demontiert, ein Großteil ist in das Theater im Anbau gezogen

Rückblick - Bevor mit den Bauarbeiten begonnen wurde...

... gehörte das Gelände den Archäologen des Landratsamtes. Seit Oktober 2019 gruben sie sich durch die Erdschichten in der Hoffnung, Spannendes zu finden, denn das Gelände liegt auf der Rückseite der mittelalterlichen Stadtmauer. Die Ausbeute war nicht ganz wie erhofft, Keramikscherben, ein Backofen aus dem 16. oder 17. Jahrhundert und dann – eine Bombe aus dem 2. Weltkrieg. Sie musste entschärft werden und 15 000 Nordhäuser evakuiert. Im August 2020 tauchte erneut ein Blindgänger auf, eine 227 Kilo schwere amerikanische Bombe, auf. Wieder müssen 7000 Nordhäuserinnen und Nordhäuser ausquartiert werden. Insgesamt drei Fliegerbomben mussten entschärft werden. Der dafür verantwortliche Sprengmeister Andreas West erhielt dafür 2020 den alternativen Theaterpreis des Theaters Nordhausen. Aber hinter dem Nordhäuser Theater traten nicht nur Blindgänger zutage. Die Archäologen fanden einen der nur urkundlich erwähnten acht alten mittelalterlichen Brunnen der Reichsstadt, wahrscheinlich den sogenannten »Töpferbrunnen«.

FAQs

Viele Fragen kursieren um unseren Theaterneubau, den Spielbetrieb im Theater im Anbau und die Sanierung des historischen Haupthauses. Wir haben versucht, die wichtigsten Fragen und Antworten für Sie zusammenzufassen:

Wie wird das nach der Fertigstellung? Wird dann wieder im historischen Haus gespielt, auf beiden Bühnen oder weiterhin im Anbau?

Was wird mit dem Anbau, wenn das historische Haus fertig ist?

Bleibt die Bühne im Theater im Anbau als Bühne erhalten?

Wann ist das Theater dann fertig?

 

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